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Ich schlage folgendes Thema als Anliegen des VGSD vor

Altersvorsorge: Die Verzinsung reicht kaum zum Inflationsausgleich, die Versicherungen bereichern sich

Wer sein Geld über Jahrzehnte bis zum Rentenalter einem Versicherer anvertraut, bekommt nur noch magere 1,75 Prozent Zinsen. Die Vertreter der Versicherungsbranche wollen diesen Garantiezinssatz sogar noch weiter absenken. Es ist zweifelhaft, ob solche Verträge nach Abzug aller Kosten sowie tendenziell steigender Inflationsraten überhaupt mehr Geld abwerfen, als der Kunde einbezahlt hat.

Sich selbst genehmigen die Versicherer aber weiterhin steigende Gewinne: Das liegt unter anderem daran, dass sie mit Lebenserwartungen von über 100 Jahren kalkulieren, einige arbeiten sogar mit 130 Jahren. Sterben die Versicherten früher, fällt das übrig gebliebene Kapital an den Rentenversicherer. So findet eine Umverteilung von den Kunden an die Versicherer statt. Dabei die Versicherten ohnehin schon so hohe Abschluss- und laufende Gebühren, dass sich eine Rürup-Rentenversicherung im Vergleich zur Direktanlage erst nach 10 bis 15 Jarhen rechnet.

Um so ärgerlicher, dass Selbständige nun auch noch zur Anlage in solche Versicherungen gezwungen werden sollen (siehe Anliegen "Zwangs-Rentenbeiträge"). Selbständige dürfen nicht in solche Versicherungen gezwungen werden. Solche Versicherungen sollten auch nicht einseitig gefördert werden.

Die Transparenz von Versicherungsverträgen und insbesondere den enthaltenen Kosten sollte deutlich verbessert werden. Auch Kalkulationsgrundlagen wie die Lebenserwartung müssen offen gelegt werden.

Rentenversicherungen sind ein zentraler Teil der Altersvorsorge nicht nur von Selbständigen. Sie dürfen nicht zum Selbstbedienungsladen für Versicherungen werden.

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3 comments

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  • Joachim Berndt commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    In Ihrem Themenvorschlag sind mehrere Missverständnisse:
    1. nicht die Vertreter der Versicherungsbranche wollen den erlaubten Höchst-Garantiezins reduzieren, sondern dieser ist an der durchschnittlichen Umlaufrendite von deutschen Staatanleihen angehängt. Da diese Renditen (Zinsen) der Staatsanleihen sinken, muss der erlaubte Höchtsrechnungszins auch sinken - von Staats wegen.
    Die Versicherer hadern sogar mit der Deutschen Bundesbank, denn durch die niedrigen Zinsen lohnt sich eine Lebens- oder Rentenversicherung nicht mehr und die Kunden bleiben weg, und kündigen massenhaft.

    2. Mit Lebenserwartungen von 130 Jahren kalkuliert niemand, aber teilweise tatsächlich etwas über 100 Jahre.

    3. Die sogenannten Sterblichkeitsgewinne müssen zu mindestens 90% dem Versichertenkollektiv zu Gute kommen.

    4. Die Rürup- oder andere Rente die sich bereits nach 15 Jahren rentiert möchte ich sehen! Rechnen Sie mal einen monatlichen Beitrag von 100 € über 30 Jahre hoch, dann erhalten Sie bei einer "guten" Versicherung 40.000 garantiert. Als 4.000 € mehr als Sie eingezahlt haben, mithin den Beitrag der letzten 3 1/2 Jahre. Was rentiert sich da?
    Rechnen Sie mal 85% des Beitrages, also 85 € mit einem jährlichen Zins von 1,75% hoch, dann landen Sie bei ........? Na,...... ? Richtig 40.000, also gehen jeden Monat 15% des Beitrages als Kosten drauf. Wie gesagt, bei einer "guten" Versicherung.

    5. Transparenz braucht nur wer nicht rechnen kann oder will.
    Welche Bank oder Fonds gibt Transparenz?

    6. Die reine Renditebetrachtung ist nicht fair, weil eine Rentenversicherung lebenslänglich Rente zahlt, gelegentlich auch über die häufig eingerechneten 95 oder 104 Jahre hinaus.

  • Stefan Scholz commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Über die Einkommensteuer gefördert wird nur, was als Altersvorsorge nichts/nicht viel taugt. Es gibt aber durchaus einzelne Gesellschaften, die Altersvorsorge im Versicherungsmantel anbieten, bei denen die Verzinsung auch über der Inflationsrate liegt. Die sitzen aber nicht in Deutschland, da unsere Gesetzgebung vernünftige Altersvorsorge behindert...

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