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Ich schlage folgendes Thema als Anliegen des VGSD vor

Hohe Nachzahlungen, wenn freie Mitarbeiter plötzlich als scheinselbständig gelten

Als Selbständiger muss man fürchten, dass man als scheinselbständig gelten könnte. Umgekehrt muss man aber auch bei der Vergabe von Aufträgen ständig aufpassen, dass er sich nicht als scheinselbständig entpuppt.

Die Folgen: Die Sozialversicherung muss rückwirkend seit Beginn der Tätigkeit nachgezahlt werden. Dabei haftet man nicht nur für den Arbeitgeber- sondern auch für den Arbeitnehmeranteil. Die vom Mitarbeiter in Rechnung gestellte Umsatzsteuer ist nicht mehr als Vorsteuer abzugsfähig. Der Mitarbeiter schuldet zwar die Rückgabe, letztlich haftet aber auch hier der Arbeitgeber. Dasselbe gilt auch für die Einkommensteuer.

Hinzu kommt: Der frisch gebackene Angestellte hat nun Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub, Urlaubsgeld usw.

Ob jemand scheinselbständig ist oder nicht, kann oft weder Rechtsanwalt noch Steuer- oder Rentenberater mit Sicherheit sagen. Eine Anfrage bei der Rentenversicherung kostet viel Zeit und führt häufig, durch eine weite Auslegung der Scheinselbständigkeit zu unerwünschten Ergebnissen.

Letztlich gehen Auftraggeber und -nehmer erhebliche Risiken ein oder die Aufträge gehen an größere Unternehmen, bei denen sich der Auftraggeber keien Sorgen um das Thema Scheinselbständigkeit machen muss. Die eigentlich als Schutz gedachte Regelung führt eher zu Nachteilen für den Auftragnehmer.

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6 Kommentare

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  • Tobias kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    @Kai: Beispiel aus meinem Alltag: Jemand betreibt eine Internetseite bei der ich werben will. Er ist selbstständig, also stelle ich ihn natürlich nicht an. Ich bekomme eine Rechnung und bezahle die Werbung.

    Wenn ihr irgendwann rausfinden sollte, dass außer mir aber fast keiner Werbung bei ihm direkt gebucht hat (er ansonsten z.B. nur über Google vermarktet hat für ein paar Euro) kommen plötzlich 60% der Einnahmen von mir (selbst wenn die nicht hoch für ihn sind, könnte ja z.B. ein Kleinunternehmer sein). Wenn es dann heißt er wäre Scheinselbstständig... woher hätte ich das wissen sollen? Ich habe nur Werbung bei ihm gebucht. Und ich kann weder wissen noch prüfen wie viele Einnahmen die Person sonst noch mit ihrer Website erzielt oder ob sie noch andere Einnahmen hat.

    Es ist nur ein Beispiel von vielen. Aber es zeigt: man kann nicht jeden anstellen und muss trotzdem (für beide Seiten!) Klarheit haben ob jemand selbstständig ist oder nicht.

  • Kai kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Wieso muss ein Selbständiger überhaupt einen freien MA beschäftigen? Entweder einen richtigen Angestellten oder einen Minijobber. Standard-Sozi-Anteile gezahlt, fertig!

  • Christian Fortner kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Hallo,

    was bei typischen Arbeitnehmertätigkeiten stimmt, trifft auf freie Berufe so nicht zu. Wir Ärzte sind typische Selbstständige und werden von der DRV regelrecht verfolgt, obwohl wir die Höchstbeiträge zu den Sozialkassen bezahlen.

    Hier geht es nicht um Lohndumping, denn wir verdienen mehr als in der Klinik. Hier geht es um selbstbestimmte, freiberufliche Arbeit im Rahmen der Gesetze, die uns verwehrt wird.

    Deshalb finde ich das Thema sehr wichtig, man muss aber genau hinsehen und es differenziert betrachten.

    In diesem Sinne

    Christian Fortner

  • Anonym kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Das Ziel des Gesetzes sollte v.a. der Schutz vor ungewollter(!) Selbständigkeit insbes. von Menschen mit geringen Qualifikationen und schlechter Interessensvertretung sein. Bis zur Reform des Soziagesetzbuches gab es einen klaren Kriterienkatalog, der festlegte, wann jemand Scheinselbständig ist und wann nicht. Dieser Katalog wurde 2003 gestrichen. Heute bestimmt die DRV (Deutsche Rentenversicherung Bund) allein über selbständig oder nicht. Dabei erweisen sich diese sog. Statusfeststellungsverfahren allerdings als widersprüchlich und willkürlich. Die derzeitige Regelung ist nicht zeitgemäß, geht an den Realitäten vorbei und führt zu unendlichen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Das Thema ist "heiß" und betrifft daher alle Freiberufler!
    N. Schäfer

  • Silvia Hinrichs kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Ich sehe das auch so wie Rainer G., allerdings ist es so, dass viele Unternehmer diesen Weg gar nicht kennen und Steuerberater beraten nun mal nur auf Anfrage...

    Scheinselbständige sind "billige Arbeitskräfte" und es sind und bleiben oft genug präkäre Beschäftigungsverhältnisse, von denen der "Arbeitgeber" profitiert. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und Gegenargumente ;-)) *peace*

  • Rainer G kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Um solche unerquicklichen Ergebnisse im Keim zu ersticken, gibt es ja das Statusfeststellungsverfahren. Wenn man es aber nicht durchführt, aus Angst einen abschlägigen Bescheid zu erhalten, darf man sich nachher nicht über Rechtsunsicherheit beklagen.

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