Mitbestimmen & Mitmachen beim VGSD

Ich schlage folgendes Thema als Anliegen des VGSD vor

Selbständige werden bei den Banken in unzulässiger Weise diskriminiert

Selbständige werden bei Banken und Geldinstituten in unzulässiger Weise einzig aufgrund Ihres Berufsstandes diskriminiert und zu Bürger dritter Klasse abgestempelt. Selbst bei guter Bonität werden Privatkredite grundsätzlich verweigert. Finanzierungen von Investitionen sind beinahe unmöglich, selbst wenn man bereit ist sich vollständig und umfangreich zu erklären. Im Gegenzug erhalten Angestellte jede Menge Offerten zur Kreditaufnahme, selbst in prekären oder unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Hier liegt ein massives Mißverhältnis nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer sozial gerechten gesellschaftlichen Bewertung vor, welches nur selten tatsächlich in der Person des Selbständigen sondern einzig in seinem beruflichen Status zubegründen ist. Dieses Mißverhältnis muss beseitigt werden. Auch Selbständigen muss das Recht auf einen angemessenen Zugang zum Finanzmarkt gewährt werden.

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12 Kommentare

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  • Anonym kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Hallo
    Ich bin Alexia MEIRSMAN Ich habe ein Darlehen von 50.000 € von einem LENGLET Sophie Kreditgeber, der Darlehen für alle Menschen in Not und ernsthaft Darlehen leistet. Wenn Sie also interessiert sind, oder Sie haben eine Person oder Verwandte wer ist in Not zu leihen,
    Bitte kontaktieren Sie sie per E-Mail: lengletsophie6@gmail.com
    Weitere Informationen zu seinem Kreditangebot

  • Anonym kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Ich bin seit über 10 Jahren erfolgreich als IT-Berater/Softwareentwickler tätig mit sehr hohem Einkommen. Für eine Projekt in der Automobilbranche bin ich jedoch vorübergehend für anderthalb Jahre in eine hochbezahlte Arbeitnehmerüberlassung gegangen. Nun habe ich meine Selbständigkeit fortgeführt und bekomme täglich 1-3 Projektangebote. Die Marktlage ist seit Jahren sehr gut. Ich wollte nun mein Geschäftskonto bei der Postbank und mein Privatkonto bei der Netbank zur BW-Bank umziehen, weil ich mir dort eine bessere Beratung und einen Ansprechpartner erhoffte. Kein Problem hieß es. Das Privatkonto hatte ich bei denen dann eröffnet, jedoch wollten die mir nach 6 Monaten immer noch keine Kreditkarte ausstellen. Auf das Geschäftskonto musste ich nach vielen hin- und her auch verzichten, weil die mir sagten, dass sie mich als Existenzgründer sehen und meinen Geschäftsverlauf erst einmal drei Jahre beobachten müssten - erst dann könne ich eine Kreditkarte erhalten (wie soll ich dann Hotels verbindlich buchen, wenn ich auf Geschäftsteise bin?). Einen Dispo wollte ich eh nicht. Bei den abzulösenden Banken hatte ich sowohl jeweils eine Kreditkarte als auch einen Dispo. Dabei hatte ich Unterlagen der letzen zehn Jahre, sowie ein aktuellen Projektvertrag eingereicht. Auf Nachfragen hieß es, dass „die bereits eingereichten Unterlagen Ihrer bisherigen Selbständigkeit keine positive Wirtschaftlichkeit vermuten lässt“. Dabei haben die Unterlagen genau eine positive Wirtschaftlichkeit belegt.“ Man könne nur die drei letzten drei Jahre berücksichtigen und da hätte ich ja teils in der Arbeitnehmerüberlassung nur ein Festgehalt bezogen. Dass mein jährliches Einkommen/Gewinn um die 100.000 Euro liegt interessierte nicht. Jeder Student wird besser behandelt. Aber die Politik erwartet eine gewisse Flexibilität der arbeitenden Bevölkerung... da müssen dann auch die Banken mitspielen.

  • A.Thimm kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Lieber Herr Holz,
    vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie sagen es.... das ist nicht (mehr) akzeptabel! Insbesondere auch politisch, wenn man bedenkt welchen Schaden und damit auch welches Risiko die Banken auf uns als Gesellschaft ständig abwälzen, dabei aber nicht müde werden uns Selbständige/Freiberufler/Unternehmer, die den Karren hier auch zu einem großen Anteil ziehen, ständig und lautstark als Risiko darzustellen. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Und das muss aufhören!

    Viele Grüße
    A.Thimm

  • Hans Peter Holz kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Guten Tag,
    das Thema Diskriminierung im Bankwesen hat in den letzten Jahren immer stärker zugenommen. Dagegen sollte konkret etwas unternommen werden.
    Einkommen von Selbständigen/Freiberufler werden in der Bonitätsbetrachtung bei Kreditanträgen überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Das gilt auch bei geschäftführenden Gesellschaftern, sobald der Gesellschaftsanteil über 33% liegt. Das ist nicht mehr akzeptabel.

    Ich würde in diesem Forum gerne zwei Maßnahmen zur Diskussion anbieten:
    1. politische Aktivitäten
    2. Ausarbeitung von Tricks zu legalen Umgehung

    Wer ist interessiert?
    Da ich Neumitglied bin habe ich noch nicht alle Möglichkeiten der Kommunikation hier kennen gelernt. Hilfestellungen sind erbeten und sehr willkommen.

    Herzliche Grüße
    Hans Peter Holz

  • Anonym kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Danke für Ihr Feedback an Alle. Bin auch selbständig seit 5 Jahren und mich wundert nichts mehr, dass die Topleute in Deutschland auswandern und richtig so! Jungunternehmern wird es schwer gemacht und Banken herrschen und demotivieren obendrein. Kann jeden nur empfehlen, aus Deutschland raus und sich nicht kleinreden lassen und neue Geldquellen zu suchen als über klassische Banken. Ich habe mir mal einen Spruch anhören lassen müssen "Sie geben das Geld anderer Leute aus und immer daran denken". Grundsätzlich ja, nur: ist das eine Aussage, die einen Jungunternehmer motiviert? Es gibt noch viel zu tun in Deutschland, um überhaupt eine Kultur des Gründens zu schaffen. Die Menschen wurden darauf trainiert, für die Unternehmen zu arbeiten. Für mich ist Deutschland definitiv kein Gründerland. Nur: woher kommen die zukünftigen Unternehmen und der Wohlstand in Deutschland und bei der Digitalisierungsakzeptanz? Neue Denke bzgl. Unternehmertum braucht das Land, meine Meinung.

    Viele Grüße
    Birgit Sieferth

  • Anonym kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Warum sollten die Großbanken Geld "verleihen" ? Sie werden doch sowieso vom Steuerzahler zwangsgerettet, egal wie schlecht sie arbeiten.

    Kredite in die Realwirtschaft schaffen nur unnötig Arbeit, wo doch die Ponzi-Schemen der EZB freie € - Billionen ohne Arbeit versprechen.

    Kreditvergeben war gestern - zinsloses Zentralbankgeld in Vietnam-Sklaven investieren ist die moderne Rille.

  • Andreas Thimm kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Hallo zusammen,

    in den Kommentaren zum Thema taucht immer wieder auch die Bemerkung auf, dass man keinen Rechtsanspruch auf eine erfolgreiche Bankbeziehung erwirken kann. Hierzu möchte ich ergänzend anführen: Natürlich nicht!

    Ein Rechtsanspruch kann nur ins Leere laufen. Wie sollte so ein Anspruch auch aussehen? Aber ich habe verstanden, dass es hier im VGSD nicht alleine um Gesetzesvorlagen, sondern auch generell um Lobbyarbeit geht.

    Ein erster Schritt wäre Transparenz. Es reicht ja schon, wenn ganz viele Betroffende ihre Scham und Scheu ablegen und einfach mal offen darüber berichten, wie man als Selbständiger mit einem Finanzanliegen von seiner Bank behandelt wird. Im Ideal werden Ross und Reiter genannt. Schnell wird so ersichtlich, wo man gut und wo man schlecht behandelt wird. Gerade in so einem Segment ist Öffentlichkeit ein nicht zu unterschätzendes Druckmittel. Meine Erfahrung ist, dass man nicht selten als Betroffener den Eindruck hat, dass man selbst stets ein besonderer Einzelfall sei. Erst durch den Austausch mit Anderen wird jedoch deutlich, dass ein grundsätzliches Problem vorliegt.

    Vor diesem Hintergrund möchte ich auch den bisherigen Kommentarschreibern danken. Insbesondere auch der Weg jetzt von Frau Richter, nämlich Banken aufzuzeigen, die grundsätzlich auch Selbständigen offen gegenüber sind, finde ich super.

    Allerdings wünsche ich mir schon vom VGSD, dass wir unsere Positionen auch ohne Rechtsanspruch tatkräftig vertreten. Nur das Problem umgehen, hilft m.E. nur bedingt. Und auch wenn ein Rechtsanspruch, wie gesagt, nicht realisiert werden kann, auch nicht realisiert werden soll, so gibt es dennoch einen legitimen Anspruch darauf, nicht willkürlich diskriminiert zu werden.

    Selbständige und kleine Unternehmer leisten einen wesentlichen Teil zum Erfolg unserer Volkswirtschaft. Dann hat ihnen auch die gesamte Infrastruktur dieser Volkswirtschaft zur Verfügung zu stehen. Das ist kein Allmosen, sondern ein berechtigter Anspruch!

    Gruss
    A.Thimm

  • N. Richter kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Von der Politik und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit scheint mir in dieser Hinsicht keine Hilfe zu erwarten zu sein. Dass Selbstständige auch nach 20 Jahren Selbstständigkeit mit soliden Unterlagen von zahlreichen deutschen Banken als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, ist allen Selbstständigen klar, aber eine Art "Rechtsanspruch" bringt da gar nichts.

    Es gibt nur einen Weg, um diesem Missstand zu begegnen: Man sucht sich gezielt Bank(en), die Selbstständige eben nicht als notwendiges (geduldetes) Übel, sondern als KUNDEN ansehen. Auch in Deutschland sind solche Banken am Markt tätig. Teilweise sind sie recht klein, was mir eher ein Vorteil zu sein scheint.

    Ich schlage deswegen vor, einen Überblick von Banken/Kreditkartenunternehmen zu erstellen, der möglichst von sachlichen Erwägungen getragen und von eigenen Erfahrungen untermauert sein sollte. Dort sollten nur Unternehmen genannt werden, die Selbstständige (auch kleine) explizit auch als Kunden ansprechen. Wenn es möglich wäre, diesen Überblick frei von Reflinks/Affiliate-Links zu halten, wäre das der Glaubwürdigkeit sicher förderlich.

    Ich fange einfach mal an.

    1. Kostenloses/kostengünstiges Geschäftskonto

    EthikBank: kostengünstiges Geschäftskonto, auf dem man auch als Selbstständiger einen Dispo erhalten kann
    AgrarBank: bis 200 Buchungsposten pro Monat kostenloses Geschäftskonto
    Deutsche Skatbank: kostengünstiges Geschäftskonto

    2. Privatgiro für Selbstständige

    Netbank: kostenloses Privatgirokonto für Selbstständige

    3. Kreditkarten

    Barclaycard
    Advanzia "gebuhrenfrei" (Luxemburg)

    4. Kredit:

    EthikBank
    Barclaycard

    Ich bin gern bereit, positive Erfahrungen auch ausführlicher zu beschreiben, falls auch andere daran Interesse haben.

    Gruß
    Nora

  • Stefan Fischer kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Die lieben Banken...

    Ich bin gerade dabei eine freiberufliche Tätigkeit als Unternehmensberater aufzunehmen. Ich will Ihnen daher meine Erfahrungen zum Thema Banken nicht vorenthalten.

    Das Gründungsvorhaben in Kürze:
    Ich bin Handwerksmeister nebst MBA mit langjähriger Berufserfahrung. Die Berufserfahrung erstreckt sich auch auf jahrelange Sanierungstätigkeiten und Coachings (innerbetrieblich in größeren Unternehmen mit mehreren Standorten). Ich verfüg über Sicherheiten (abbezahlte und vermietete Wohnungen). Mein Vorhaben zielt auf Handwerksbetiebe ab (Beratungsbedarf auch lt. Berufsverbänden immens, jedoch kaum kompatible Berater vorhanden), erste Beratungsaufträge sind bereits vor Gründung vorhanden.

    Nun fehlt es mir nur an einem, Kapital zur Überbrückung bis zur angemessenen Auslastung, ich gehe hier von ca. 45.000,-€ aus. Trotz eines (in meinem Fall nicht liquiden) Vermögens findet sich keine Bank die mich finanzieren würde. Ich habe das Problem mittlerweile durch einen Privatkredit aus der Verwandtschaft gelöst, was mir unangenehm ist. Daher suche ich immer noch nach einer Bank. Hier mein bisheriges Resümee aus sechs Bankgesprächen:

    - Gründungsvorhaben plausibel und tragfähig.
    - Mieteinnahmen vorhanden.
    - Mieteinnahmen sind banktechnisch "unsichere Einnahmen".
    - Wert der Wohungen "ungewiss" da auf dem Land.
    - Zukünftige Einnahmen aus freiberufl. Tätigkeit ungewiss.
    - Keine negativen Schufa Einträge oder ähnliches.

    Nach "durchrechnen" meiner Daten ergibt sich bei allen Banken, dass mir kein Kredit erteilt werden kann. Meine Neugier ist groß, bisher hielt ich mich für kreditwürdig, daher versuche ich die Sachbearbeiter(innen) dazu zu bringen
    mir zu erklären woran es liegt. Hier die wahren Gründe:

    - Intenes Bankenscoring kann "eigentlich" nicht auf Einzelgründungen angewandt werden, ergibt zwangsweise unsinnige Werte, dies ist jedem in der Bank klar - wer seinen Job behalten will nimmt dasScoring jedoch für voll.

    - Basel III rückt näher, daher zurückfahren gewisser Kreditinstrmente "von oben" angeordnet. Die Finanzierung von "Kleingründungen" gehört dazu.

    - Fokus auf bestehende Unternehmen mit hoher Granularität der Kundenstruktur und daher relativ sicherem ständigen Mittelzufluss.

    Nun kam letzte Woche noch das Sahnehäubchen oben drauf. Meine Hausbank (seit ca. 30 Jahren tadellose Geschäftsbeziehung) kündigt mir bei einem Guthaben von knapp 50T€ den Kontokorrent. Begründung: "Erst müssen zwei aussagekräftige Bilanzen vorliegen...".

    Nun gut, mich trifft es derzeit nicht hart, ich habe ja Geld. Aber ich frage mich ernsthaft wie überhaupt jemand (der das nötige Geld nicht gerade Bar herumliegen hat) noch eine Existenz aufbauen soll. In fast allen Berufen braucht man dazu un mal etwas Anlaufkapital. Aber ich schweife ab, wenn man sich einmal mit den wahren Gründen für das Vorgehen der Banken beschäftigt, dann sieht man dass eben kleine Unternehmen nicht die gerngste Lobby haben. Das Banken-Scoring nach Basel II muss bei Existenzgründern fast gar fehlschlagen. Basel III zwingt die Banken dazu ihr Kreditvolumen zurückzufahren (auch wenn dies seitens der Politik bestritten wird), dies führt zu engherziger Auslegung des Scorings, die Folge: Existezgründer bekomen keinen Kredit. Immobilienprojekte - wie unsinnig und nicht tragfähig sie auch sein mögen - werden hingegen finanziert (Scoringverfahren ergibt niedere Ausfallwarscheinlichkeit).

    Dies alles ist politisch gewollt, und selbst wenn nicht gewollt, dann zumindest gern gesehen, ansonsten wäre das Problem schon lange beseitigt....

  • A.Thimm kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Teil 1:
    Es geht keineswegs um einen Zwang zur Kreditvergabe. Fakt ist jedoch der klassische "kleine" Selbständige hat keine Lobby. Wie an anderer Stelle schon angeführt, nimmt die Selbständigkeit in unserer Gesellschaft durchaus wichtige Funktionen war. Nicht wenige "bodenständige" Arbeitsplätze werden durch die kleinen Unternehmen geschaffen. Der Selbständige ist in der Regel ein handelnder, Verantwortung übernehmender, Mitbürger.

    Und dennoch fallen Selbständige durch die meisten Maschen unserer sozialen Netzwerke. Selbst ein Hartz IV Empfänger ist unter bestimmten Kriterien kreditwürdiger als ein Selbständiger. Jeder Arbeitnehmer, egal wie sein Gehalt aussieht, ist als Kunde der Finanzwelt gerne gesehen. Als "kleiner" Selbständiger bekommen Sie jedoch nicht selten nicht einmal einen Leasingvertrag für ein KFZ (es geht also keineswegs nur um Immobilienfinanzierungen).

    Wer regelmäßig Geld von anderen bekommt, ist in dieser Definition "sicher" und damit ein lohnender Adressat der Finanzgesellschaft. Wer sein Geld Tag für Tag erarbeiten muss und eben nicht sagen kann, dass er jeden Ersten auf das Komma genau den gleichen Geldeingang verbuchen kann, ist aus der Sicht der Banker uninteressant, weil, er trägt ja ein "Risiko", vor dem sich die Bank "schützen" muss.

    Gründen Sie ein Unternehmen, wird die Bank als erstes Ihnen den vielleicht vorhandenen Dispokredit kündigen...und zwar vollkommen losgelöst ob der Frage, ob Sie liquide sind oder wie Ihre Schufa- bzw. Creditreformauskunft aussieht. Sie sind Selbständig und damit per Definition eben ein "Risiko". Und genau hier sollte die Arbeit des VGSD meines Erachtens ansetzen. Gerade Selbständige sind durchaus in der Lage mit Geld umzugehen. Es kann nicht sein, dass per Definition ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft als "Risiko" eingestuft wird.

  • A.Thimm kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Teil 2:
    Selbstverständlich muss sich ein Finanzinstitut vor Risiken schützen. Es kann natürlich keinen Finanzierungszwang geben. Aber man kann erwarten, dass sich Banken die Mühe machen und Selbständige als gleichwertige Kunden behandeln. Dann muss man eben dort Personal vorhalten, die in der Lage sind Bilanzen zu lesen, die eben keine Millionen ausweisen. Dann muss man eben Strukturen schaffen, die in der Lage sind auch "bescheidene" selbständige Geschäftserfolge zu erkennen und man muss vor allem eben auch die Banken daran erinnern, dass sie selbst als Unternehmen auch Risiken tragen müssen.

    Letzteres ist - zur Erinnerung - auch für Banken nämlich keineswegs unbekannt. Merkwürdiger Weise haben Banken mit den Risiken, die sie selbst an andere Stelle eingegangen sind, deutlich weniger Probleme. Hier und da mal ein paar Milliarden verzockt? Klar, da haftet dann ja auch der Steuerzahler mit seinen Steuergeldern. Steuergelder, die übrigens nicht in kleinem Umfang auch von Selbständigen gezahlt wurden.

    Es ist schon richtig, Banken sollten - in der reinen Lehre der Marktwirtschaft - selbständig handelnde, profitorientierte und in ihren Entscheidungen freie Wirtschaftsunternehmen sein. Nur dann sollten Sie auch die Verantwortung für die Folgen Ihres Handelns übernehmen. Weiterhin wäre es dann Aufgabe der Gesellschaft/Politik dafür zu sorgen, dass keine marktbeherrschenden bzw. systemrelevante Strukturen entstehen. Auch für die Finanzwelt sollte dann das Prinzip des Marktes gelten. Stattdessen werden sogar hochoffiziell internationale Vereinbarungen getroffen, so dass auch ja kein Finanzinstitut in seinem Leistungsangebot mehr ausbrechen kann.

    Solange keine Alternativen gegeben sind und solange Banken als systemrelevante Organisationen derart zentrale Funktionen inne haben, dass sie ganze Volkswirtschaften in den Ruin stürzen können, kann man hier aus meiner Sicht nicht von selbständig handelnden in ihren Entscheidungen freien Wirtschaftsunternehmen sprechen (und das formuliere ich als bekennender Liberaler!). Vor diesem Hintergrund hat die Finanzwelt auch gesellschaftliche Pflichten zu übernehmen und daran sollte man sie hin und wieder erinnern. Eine dieser Pflichten ist es aus meiner Sicht für alle Kundenschichten einen entsprechenden Zugang zu den Finanzmärkten anzubieten. Niemand sagt ja, dass man zwischen Angestellte und Selbständige nicht unterscheiden soll. Nach den Marktregeln, spiegeln sich Risiken im Preis wieder und Preise lassen sich am Markt vergleichen. Nur wenn man per Definition vom Markt einzig aufgrund seines Status "selbständig" ausgeschlossen wird, hilft einem der Verweis auf die Marktregeln wenig. In dem Moment ist ein Markt nicht mehr existent. Und es ist schon pervers, wenn Selbständige, unter Verweis auf die Regeln des freien Marktes, deswegen von einem Markt ausgeschlossen werden, eben weil Sie ein Risiko nur deswegen darstellen, weil sie ihr Geld regelmäßig erst am freien Markt erarbeiten müssen.

    Hier läuft was falsch. Und das ist zu ändern... es reicht ja im ersten Stepp ja schon, dass dieses Thema durch den VGSD in die Öffentlichkeit getragen wird und so die Gesellschaft eine entsprechende Sensibilisierung erfährt.

  • Rainer G kommentierte  ·   ·  Missbrauch melden

    Ich bin mir der Problematik durchaus bewußt, eine Immobilienfinanzierung bei Direktbanken ist z.B. als Selbstständiger kaum möglich.
    Nichts desto trotz sind Banken selbstständig handelnde, profitorientierte und in Ihren Entscheidungen freie Wirtschaftsunternehmen. Ein Zwang zur Kreditvergabe scheint mir völlig überzogen.

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