Mitbestimmen & Mitmachen beim VGSD

Zur Abgrenzung von Scheinselbstständigkeit schlage ich vor... / Selbstständigkeit liegt vor, wenn ...

Arbeitsbedingungen, die auf Sachzwängen beruhen, dürfen nicht zu einer Auslegung gegen Selbstständigkeit führen

Beispiele:

Ein selbstständiger Trainer, der Seminare anbietet, muss dafür Termine mit dem Auftraggeber vereinbaren. Das ist sachlogisch notwendig und darf nicht als Indiz für eine abhängige Beschäftigung ausgelegt werden.

Ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, in großen Unternehmen Software zu installieren, muss dies an den Rechnern des Kundenunternehmen tun.

Komplexe (Entwicklungs-)Projekte dauern oft längere Zeit, manchmal mehrere Jahre und erfordern eine enge persönliche Kommunikation mit allen Beteiligten. Ein Projektleiter, Entwicklungsingenieur oder IT-Experte entwickelt zudem (projekt-) spezifisches Know-how, das ihn oft schwer ersetzbar macht.

Ein Honorarzt muss den Dienst im Krankenhaus des Auftraggebers leisten, weil nur dort die erforderlichen Apparaturen und Geräte, aber auch und insbesondere die zu behandelnden Menschen sind.

Die Beispiele zeigen, dass viele gängige Indizien für Scheinselbstständigkeit auf ein Berufsverbot für Selbstständige in bestimmten Branchen hinauslaufen würden.

1,311 votes
Vote
Sign in
(thinking…)
Sign in with: facebook google
Signed in as (Sign out)
You have left! (?) (thinking…)
Adminadmin (VGSD e.V., VGSD e.V.) shared this idea  ·   ·  Flag idea as inappropriate…  ·  Admin →

18 comments

Sign in
(thinking…)
Sign in with: facebook google
Signed in as (Sign out)
Submitting...
  • Anonymous commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Ich habe mich kürzlich als Kamerafrau und Cutterin selbstständig gemacht. Während die Selbstständigkeit im Bereich Kamera aus Sicht der DRV (relativ) eindeutig ist, sieht es im Bereich Schnitt ganz anders aus. Die Abgrenzung der DRV sieht vor, dass Trailer- und Film-Schnitt als selbstständige Tätigkeit gelten. Sobald ich aber TV-Beiträge schneide, gelte ich als scheinselbstständig. Kann mir das mal jemand erklären?
    Ein öffentlich-rechtlicher Sender möchte mich aufgrund dieser unklaren Abgrenzung nun auf Lohnsteuerkarte beschäftigen. Ich bekomme aber lediglich einen Vertrag mit prozentualer Auslastung. Bei anderen Sendern/Arbeitgebern sieht es nicht anders aus. Bei 100%-Vertrag entweder Bezahlung mies oder befristet auf wenige Monate. Mal ganz abgesehen davon, dass ich sehr gern selbstständig bin. Da das Mediengeschäft extrem schnelllebig ist, organisiert sich die gesamte Branche schon seit Jahrzenten zum Großteil über Freelancer. Bei meinen Auftraggebern herrscht große Unsicherheit vor, wie sie sich dagegen absichern sollen, für mich (immerhin 5 Jahre rückwirkend!!!) nachträglich Sozialabgaben leisten zu müssen. Und das absurdeste: Die Abgaben HABE ich als Freelancer ja bereits bezahlt. In der Branche gibt es die unterschiedlichsten Mythen, wie man sich absichern soll, aber keiner weiß es so richtig und - wie mir mein Berater sagte - jeder wurschtelt sich irgendwie durch. Über BfA-Befreiung, KSK oder Gründerzuschuss... habe ich alles bereits als Voraussetzung genannt bekommen, um gebucht zu werden.

  • René Lay commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Ich bin Stunt Koordinator und Stuntman, zwischen mir und meinem Auftraggeber besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Sie engagieren mich auf Grund meiner speziellen Sachkenntnisse und meines Fachwissens. Ein möglicher Auftrag ist zum Beispiel, das ich aus 20 Meter vom einem Dach in ein Airbag springen. Dabei übertragen sie mir eine Aufgabe die sie selber nicht leisten können. Keiner will die Verantwortung für einen abhängig beschäftigten Mitarbeiter übernehmen der den Auftrag hat, Aufgaben zu übernehmen die sich über jegliche Arbeitsschutzverordnungen hinwegsetzen. Auch wenn man sich wünscht das es sich um eine abhängige Beschäftigung handelt, bei der Frage unter welchem Status ich diese speziellen Fertigkeiten trainieren soll zeigt sich die Absurdität der gängigen Praxis. Private Unfall- Kranken- und Haftpflichtversicherungen sehen diese Tätigkeiten als groben Unfug oder fahrlässiges Verhalten im Falle eines Trainingsunfalles.....

  • Christian commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Die gesamte medienbranche und vor allem das Fernsehen unterliegt häufig den sachzwängen für ein bestimmtes Ereignis vor Ort zu sein.das reicht der DRV schon längst um daraus eine abhängige Beschäftigung zu machen-es ist einfach nur absurd

  • Helen commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Bitte berücksichtigt folgende Situation:

    --- Als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache arbeite ich in den Räumen der Schulen, die die Kurse organisieren. Manche KollegInnen arbeiten Jahre und Jahrzehnte an den gleichen Schulen, alles auf Honorarbasis. Klassischerweise arbeitet man drei Tage an Schule 1 und zwei Tage an Schule 2, nicht weil das pädagogisch Sinn macht - oder weil es nicht mehr Arbeit gäbe - sondern schlicht, um dem Vorwurf der Scheinselbstständigkeit zu entgehen. Der Großteil der Lehrkräfte wäre lieber angestellt, es handelt sich um unfreiwillige Selbstständigkeit.

    Ein GUTES Gesetz muss sowohl Scheinselbstständigkeit verhindern als auch echte Selbstständigkeit bewahren.

  • Regina commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als selbstständige Ingenieurin bearbeite ich mit meinem enormen Wissen viele unterschiedliche Projekte wissenschaftlicher Art. Hierfür verbringe ich einen Teil der Zeit beim Kunden, und ehrlich gesagt, verbringe ich sie sehr gerne dort, um Informationen zu bekommen. Ab und an ist es einfach nicht möglich, von meinem eigenen Büro aus das Projekt zu bearbeiten. Schließlich kann ich mir nicht alle Arten von Software anschaffen, da meine Größe des Büros für mehrere Rechner nicht aussreicht. Für Software, die ich nicht ständig nutzen kann, fehlen mir die finanziellen Mittel. Zudem habe ich eine Angestellte auf Stundenbasis, die mich aufgrund ihrer Ausbildung im Büro hervorragend unterstützt.
    Ich scheue mich nicht, Deutschland zu verlassen um frei zu sein - selbständig zu sein Frau Nahles !!!!!!!

  • Dieter Lohrstraeter commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als IT-Experte unterstütze ich meine Kunden der Telekommunikationsbranche zwangsweise mit deren Equipment um zu den Servern zu kommen , das u.a. aus Datenschutzgründen genau auf deren Infrastruktur ausgelegt und auch z.B. mit genau definierten und begrenzten Rechten ausgestattet ist. Selbst wenn ich wollte kann ich meinen eigenen Rechner nicht in das Kundennetz bringen. Noch dazu hätte ich Adminrechte. Da braucht man kein Experte zu sein um nachvollziehen zu können, dass die Zulassung beliebiger Rechner extrem gefährlich und unbeherrschbar für die Einhaltung des Datenschutzes und Security für den Kunden ist.
    Selbst meine Festangestellten Mitarbeiter mit Sozialabgaben sind hier betroffen.

  • Gabriele commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als Bürodienstleister arbeite ich meist mit den Ressourcen meiner Kunden. Ich verkaufe mein Know How und meine Zeit. Dabei kann es doch keine Rolle spielen wo ich meine Leistung erbringe. Ich bin gerne selbstständig und ich will es auch bleiben. Ich verdiene in meinem Beruf mehr als ich als Angestellte je hätte verdienen können und ich zahle auch mehr Steuern als ich mir je hätte erträumen können. Was will Frau Nahles eigentlich?

  • Felix müller commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als selbständige Pflegefachkraft nutze ich aus hygienetechnischen Gründen die Hilfsmittel in den Einrichtungen und bezahle dafür einen Pauschalbetrag pro Einsatztag. Ich arbeite natürlich auch in den Räumen des Auftraggebers - wo sonst???? Das ist jedoch kein Indiz für eine Scheinselbständigkeit.

  • Bernd commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Projekte im Anlagenbau dauern gern mehrere Jahre. Im Projektteam arbeitet man mit Mitarbeitern des Kunden und mit weiteren "angeheuerten" Experten zusammen. Im Team finden regelmäßige Besprechungen statt, an denen teilzunehmen ist. Arbeitsort ist oft ein Teambüro beim Kunden und später auf der Baustelle. Das Team nutzt die IT des Kunden. Die Baustelle muß regelmäßig überwacht werden. Da das Ergebnis des Projekts von der Leistung des gesamten Teams abhängt, wird auch keine Garantie von einem einzelnen Mitglied des Teams erwartet. Als selbständiger Projektleiter brauche ich auch keine Mitarbeiter und auch keinen Maschinenpark - außer Fahrzeug und PC. Andere Projekte parallel, in einem mehr als unerheblichen Umfang, zu bearbeiten ist praktisch nicht möglich. Bis jetzt alle sprechen alle Kriterien für eine Scheinselbständigkeit.

    Mir bleibt wohl nur die Flucht in die Niederlande. Entsprechend der dort gültigen Positivkriterien und der vom Finanzamt geprüften Musterverträge wäre ich dort selbständig.

  • M.Haymann commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Die Veranstaltungstechnik/Branche ist ein sehr sehr großer Markt bei dem es ebenfalls nötig ist, mit Geräten des Auftraggebers und/oder an vorgegebenen Orten zu arbeiten, da nur somit den entsprechenden Standards und dem Anspruch des Endkunden gerecht zu werden ist.
    Außerdem kann sich der Selbständige diesen Hightech gar nicht leisten. Kann sehr wohl aber damit umgehen und verdient damit auch gutes Geld bei vielen Einzelprojekten bei verschiedenen Auftraggebern. Ein resultierendes Berufsverbot würde die gesamte Branche quasi handlungsunfähig machen. Wäre so als müsste sich der Honorararzt erst ein eigenes Krankenhaus bauen um selbständig weiter arbeiten zu dürfen.

    Hier gibt es übrigens auch einen Interessenverband
    http://www.isdv.net

  • L. Engelskirchen commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Bei überfliegen der Kommentare ergibt sich klar das Bild:
    Die Nutzung von Produktionsmitteln des Kunden & die Anwesenheit vor Ort scheinen verbreitete Sachzwänge zu sein, welche die Dienstleistenden lange nicht in eine Abhängigkeit bringt.

    Mein Beispiel dazu ergänzt:
    Als IT-Beraterin unterstütze ich u.a. meine Kunden in ihren Projekten. Oft werden schon aus Datenschutzgründen kundenseitig Geräte für meine Leistungserbringung bereitgestellt und deren Einsatz verlangt! Wenn ich Kunden mit Firmenseminaren unterstütze, dann finden die sinnvollerweise beim Kunden statt und ich zwinge meinem Kunden keine Reise & Hotelkosten für z.B. 5 & mehr Mitarbeiter/innen auf!

    All das sind übliche Sachzwänge, obwohl ich gleichzeitig meinen Standort in einem Geschäftsgebäude mit voll ausgestattetem Büro, Besprechungs- & Seminarräumen habe und auch oft benötige.

  • Bernhard Sämmer commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Aus Datenschutzgründen (der Auftraggeber ist in meinem Fall sogar eine Bundesbehörde) darf ich nur vor Ort in den Räumlichkeiten arbeiten). Datenanalysen also zu Hause gar nicht möglich und das ist auch gut so - nur nicht in den Augen der DRV.

  • Sarah commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Alles was staatlich ist, ist grosser Müll, ohne Verstand, siehe Bauprojekte und Bundeswehr....lächerlich. Aber.. es ist klar das Selbstständige und Unternehmer eigene Geschäftsräume unterhalten und eine eigene Infrastruktur und keinen Kontakt zu Kundendaten, Zugänge etc. Auch eine Vor Ort Vertretung geht nur mit Arbeitnehmerüberlassung und entsprechender Zulassung durch die Maden in Berlin und mindestens einer Angestellten Person, denn selber geht nicht da man ja am eigenen Projekt noch Arbeiten muss, oder die Manschaft Führen muss was jegliche Zeit verbraucht.

  • Patric Schirrmann commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als Leidtragender der aktuellen Vorgehensweise der Rentenversicherung Bund unterstütze ich diesen Ansatz aus vollem Herzen. Spätestens als ich im Bescheid lesen musste, dass ich angeblich scheinselbstständiger Projektleiter bin, weil ich an Besprechungen meines Auftraggebers und dessen Kunden teilnehme, war mir klar, dass die RV auf Sachkenntnis verzichtet und frei von jeglichem Kontakt mit der Realität entscheidet. Das muss sich dringend ändern!

  • Anonymous commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Als Inhaberin eines Büroservice mache ich urlaubsvertretungen vor Ort beim Kunden. Wo denn auch sonst? Dazu nutze ich natürlich den Rechner des Kunden.

  • Stefan Klatt commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Aus Sicherheitsgründen können viele Arbeiten gar nicht mit kundenfremden Geräten durchgeführt werden.
    Dies betrifft z.B. Arbeiten für Banken, Versicherungen, Krankenhäuser, Ämter und Ärzte.

  • Anonymous commented  ·   ·  Flag as inappropriate

    Der Punkt "Führungs- und verantwortliche Funktionen" in Projekten wie Projektleiter, Softwarearchitekt, Führungskräfte auf Zeit müssen erlaubt werden, ist eigentlich ein gesonderte Forderung für sich, die hier zu stark untergeht. Hier sollte man etwas realitätsnahes entwickeln. Klar ist, dass solche "stark eingebundene" Tätigkeiten noch höhere Ansprüche, auf jeden Fall an Rentenabsicherung, ggf. auch Bezahlung stellen sollten.

Feedback and Knowledge Base